Queere Lehrer*innen in der GEW

Hamburg

Die Queeren Lehrer*innen stellen sich vor

Die Arbeitsgruppe „Queere Lehrer*innen Hamburg“ ist ein Zusammenschluss lesbischer, schwuler, bisexueller, trans*, inter* und (gender)queerer Menschen, die pädagogisch tätig sind. Dies schließt Lehrer*innen, Sozial- und Sonderpädagog*innen, Erzieher*innen und pädagogisch-therapeutische Fachkräfte ein. Die Arbeitsgruppe wurde 2018 als Arbeitsgruppe beim Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hamburg eingesetzt. Sie versteht sich als Treffpunkt zum persönlichen

Austausch, als Anlaufstelle für Kolleg*innen und als Interessenvertretung von LGBTIQ*-Belangen im schulischen Bereich. Sie nimmt aktiv am gesellschaftlichen Leben in Hamburg teil, insbesondere im Rahmen des Hamburg Pride und als Teil des Arbeitskreises „Vielfalt“ am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

Die Queeren Lehrer*innen treten für eine erheblich verbesserte Förderung der schulischen Aufklärungsarbeit ein. Dazu gehört auch die Aus- und Fortbildung für Referendar*innen und Lehrer*innen, unabhängig davon, welches Fach sie unterrichten. Für uns gehört die Vielfalt von sexueller Identität und Orientierung als Querschnittsthema in die Schule. LGBTIQ*-Jugendliche sollen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden. Ihre spezifischen Bedürfnisse werden im schulischen Kontext zurzeit zu wenig beachtet. Altersgerecht sollen andere Formen als die heterosexuelle Beziehung als gleichwertige Lebensentwürfe im Unterricht ergänzend thematisiert werden.

Nach Auffassung der Queeren Lehrer*innen sind daher strukturelle Änderungen im Bildungsbereich erforderlich, um eine nachhaltige Entwicklung der Wahrnehmung aller Lebensentwürfe in der Gesellschaft anzustoßen. Dazu gehört die Umsetzung des erweiterten Inklusionsbegriffs auch in Hinblick auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Auch die Kooperation mit außerschulischen Trägern wie dem Schulaufklärungsprojekt „Soorum“ am Magnus-Hirschfeld-Centrum ist ein fester Bestandteil der Vielfaltbildung und soll weiter unterstützt werden.

Für uns stellt sich regelmäßig die Frage, inwieweit und wie wir uns gegenüber Schüler*innen, Kolleg*innen und Eltern outen möchten. Die Queeren Lehrer*innen engagieren sich für eine Schulkultur, in der Vielfalt selbstverständlich ist.

Stellungnahme zu den 

Bildungsplan-Entwürfen in Hamburg 

Die am 25.3.2022 vorgelegten Entwürfe zu den Bildungsplänen an Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien werden in der Gesellschaft und der Fachöffentlichkeit diskutiert. Zu den Stellungnahmen der Schulleitungen der Schulformen, sowie von renommierten Fachdidaktiker*innen der Universität Hamburg, die die allgemeine Stoßrichtung und rückwärtsgewandte Ausrichtung des Entwurfs kritisieren, möchten auch wir – als überfachlicher Zusammenschluss von Lehrkräften aller Schulformen unter gewerkschaftlichem Dach – unsere Stellungnahme abgeben.

Im Koalitionsvertrag zwischen SPD und den Grünen vom 2.6.2020 wird explizit vereinbart:

„Im Rahmen der Überarbeitung der Bildungspläne sollen die gendersensible Bildung in Hamburgs Schulen sowie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Querschnittsthemen verankert werden.“

Nach Prüfung des Entwurfs für den allgemeinen Teil des Bildungsplans (datiert auf 24.3.2022, im Folgenden „A-Teil“) stellen wir fest:

Der vorgelegte A-Teil zeigt deutlich: Die Schulbehörde hat keinerlei Interesse daran, die klare Haltung des Senats, die im „Aktionsplan geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ dargelegt wird, und auch von der Freien und Hansestadt Hamburg als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt angestrebt wird, umzusetzen und sich für diskriminierungsarme Schulen einzusetzen.

Wir fordern die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt als zentralen Aspekt innerhalb einer neuen Leitperspektive „diversitätssensible Bildung“, neben anderen Diversitätsdimensionen (wie ethnische Herkunft/Nationalität, körperliche/geistige Fähigkeiten, Religion/Weltanschauung, soziale Herkunft, Alter), aufzunehmen und somit als verbindliche Grundsätze der Schulgestaltung festzulegen. 

Nur so lässt sich gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit innerhalb von Schulen, aber auch nachhaltig in der gesamten Gesellschaft, wirksam bekämpfen.

Aktivitäten 

Das nächste Treffen findet Anfang Juli 2022 statt. 

Wir treffen uns im Curio-Haus der GEW in der Rothebaumchaussee 15, Hamburg (siehe unten). Wir freuen uns über neue Besucher. Bitte melde dich per E-Mail am besten vorher an!

Hamburg Pride 2020 

Alles ist anders und trotzdem wird solidarisch weiter für Gleichberechtigung demonstriert.

In diesem Jahr haben wir im blauen Bildungsblock nicht als Fuß- sondern als Fahrradgruppe auf der Demonstration zum 40-jährigen Jubiläum des CSD in Hamburg teilgenommen. 

Solidarisch...

...auf der Kundgebung des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai 2019.





Treffpunkt:

Curio-Haus, Rothembaumchaussee 15, Hamburg.

Sich einmischen...

...für Vielfalt in den Lehrplänen und gegen eine Bildung mit Scheuklappen!

informieren und Mitreden...

...auf dem Straßenfest zum Hamburg Pride 2019.